Die Frage nach dem Warum ist eine der besten, wenn sie von einem selbst gestellt werden und die gefährlichste, wenn sie von einem anderen gestellt wird. Es gibt Dinge, Gefühle, die kann man nicht erklären. Und muss man auch nicht. Sie sind einfach da und weisen dich klar auf etwas hin. Du weißt bereits, ob dich das Gefühl in die richtige Richtung leitet. Teilst du deine Vorhaben mit und wirst gefragt "Warum?", sei vorsichtig, denn es könnte jemand versuchen (bewusst oder unbewusst) dich von deinem Weg abzubringen.
Manch Gegebenheiten sind einfach so. Sie zu hinterfragen ist oft nur ein Ablenkung.
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Eintrag 0012
Es gibt eine klare Abgrenzung zwischen Emotionen und deinem in der Realität ruhendem Bewusstsein. Leider ist diese firme Grenze schwer wahrzunehmen, weil Zweifel und Schuldgefühle sie oft verschwimmen lassen. Zweifel, Schuldgefühle, Gier, Angst vor Verurteilung, der Wunsch nach Bestätigung und Anerkennung, bringen uns von unserem wahren Weg ab. Sie lenken uns von dem ab, wer wir sind und wo wir uns im Leben befinden. Fehlt uns dieser richtig bestimmte Ausgangspunkt, so ist uns auch die Möglichkeit genommen, unser Ziel zu erkennen und darauf zuzugehen.
Sind wir in unserem vollen Bewusstsein, können wir unsere Emotionen beobachten. Sind wir aufmerksam, erkennen wir, wie unsere Emotionen und Unsicherheiten, Zweifel und Nöte, uns versuchen auf einen Weg zu bringen, der nicht unserer ist.
Es geht nicht darum Emotionen auszuschalten oder zu unterdrücken, sondern stattdessen unsere Emotionen anzunehmen, aber eben als das anzunehmen was sie sind: nur eine Facette unseres selbst, aber nicht unser gesamtes Selbst. Man darf sich nicht allein auf seine Emtionen verlassen, sondern man muss sie wahrnehmen und sorgfältig beurteilen, um herauszufinden, wohin sie einen führen wollen.
Wer bin ich und was will ich wirklich? Ist es Liebe oder habe ich Schuldgefühle? Habe ich Mitgefühl oder will ich mich besser darstellen? Sorge ich mich ehrlich um jemanden oder ist es nur Pflichtgefühl? Tue ich etwas für eine andere Person, weil sie mir am Herzen liegt oder will ich mein Gewissen vor Emotionen bewahren?
11
Eintrag 0011
Wenn dir endlich klar wird, was du tun sollst, nachdem du schon die ganze Zeit hin und her überlegt hast, nachdem du ständig von Zweifeln geplagt wurdest, bist du verwundert, wie du es nicht schon früher sehen konntest. Lange schon lag die Lösung vor dir, aber du hast sie nicht gesehen, weil sie im Schatten deiner Emotionen war. Diese Emotionen können alles sein. Wut, Gier...bei mir waren (und sind es noch immer) Schuldgefühle. Ich habe mich von meinen Schuldgefühlen soweit einschränken lassen, dass mir das Erkennen der Realität nicht möglich war und ich dadurch meine Varianten an Lösungsmöglichkeiten eingeschränkt habe. Man muss sich selbst auch erlauben alle Möglichkeiten zuzulassen und nicht aus falscher Bescheidenheit und Selbstgeisselung die bestmögliche Lösung ausschließen. Manchmal ist es für alle das Beste, wenn man egoistisch ist - der sogenannter gesunde Egoismus. Man muss nicht die andere Wange hinhalten. Man darf auch mal keine Rücksicht nehmen.
10
Eintrag 0010
Wie oft habe ich mich über Dinge aufgeregt. Protagonisten der Politik, Bekannte, andere Menschen im Allgemeinen und ganz überhaupt. Wie arrogant ich doch war zu denken, mir stünde es zu über andere zu urteilen. Natürlich nimmt man sich nicht bewusst dieses Recht, sondern nimmt es als selbstverständlich und gegeben hin. Als wäre es das normalste der Welt. (Das Gesagt betrifft mich. Ich spreche über mich und über meine charakterlichen Schwächen.) Ich redete ganz automatisch über andere Menschen, ohne groß darüber nachzudenken. Gut, schlecht, beurteilend, verurteilen, wertend - als diese Adjektive habe ich vor meine Aussagen gesetzt. Nachdem ich das erkannt habe, ist es mir unmöglich es nicht zu bemerken, wenn andere das machen. Ich kann es nicht überhören. Und ich höre jetzt, wie hässlich das eigentlich ist. Es ist nun wirklich eine Grundregel: "Rede nicht verurteilend über andere Menschen." Und lasse dich nicht durch die Reden anderer dazu verleiten, dich emotional aufzuwiegeln. Das ist nämlich das Schlimmste was du machen kannst.
Am Ende des Tages wird mir immer bewusst, dass ich nichts weiß und kaum kompetent bin über die Lebensrealitäten anderer zu sprechen. Viele, auch ich, verwechseln den Umstand eine (oft ziemlich kümmerliche) Meinung zu haben, mit der Fähigkeit etwas wertvolles beitragen zu können. Der beste Beitrag kann sein den Mund zu halten und zuzuhören.
09
Eintrag 0009
Heute habe ich gelernt, wie unbewusst wir doch alle durchs Leben gehen. Ja, ich weiß....ich dachte auch ich sei "bewusst". Es stellte sich heraus, ich hatte nicht einmal verstanden, was das bedeutet. Nicht sicher, ob ich es jetzt verstanden habe.
Ich habe versucht genau darauf zu achten und tatsächlich: nahezu immer reagiere ich auf innere oder äußere Auslöser vollkommen automatisch. Ich war im Glauben, ich würde mit meinem freien Willen agieren, aber das war eine Illusion. Ich antworte auf Fragen, schreibe Mails, reagiere auf Alltägliches, verliere mich in Gedanken und danach frage ich mich, warum ich das so genauso gemacht habe, wie ich es gemacht habe. Ich habe gar nichts gemacht. Es ist mir quasi passiert. Weil ich unbewusst durchs Leben gehe. Ich werde das beobachten.
Ich steuere meine Aufmerksamkeit und richte sie stets auf mein Ziel aus. Das ist der Test.
08
Eintrag 0008
Am schwersten ist es, ehrlich mit sich selbst zu sein. Man ist nicht ehrlich zu sich selbst, weil man sich vor anderen verstecken will. Man möchte anderen nicht seine Schwächen oder das Unangenehme zeigen. Das Problem ist, wenn man nicht ehrlich zu sich selbst ist, kann man unmöglich ehrlich zu anderen sein. Du bist nicht du selbst. Andere Menschen, selbst deine engsten Vertrauten kennen dich nicht! Wenn du dich nicht selbst kennst, kannst du auch nicht deinen eigenen Weg gehen und findest auch keine Menschen, die den Weg mit dir gehen.
07
Eintrag 0007
Es ist immer einfach zu sagen, sich nicht um die Meinung anderer zu kümmern.
Es ist immer einfach zu sagen, sich nicht aufzuregen, wenn im Stau das Auto vor einem die Grünphase der Ampel nicht voll ausnutzt.
Es ist immer einfach zu sagen, öfter mal nein zu sagen und zu dem zu stehen, was man wirklich will.
Es ist immer einfach zu sagen, den Kontakt zu Familienmitgliedern einzuschränken.
Reden ist immer einfach.
Wünschen und wollen ist immer einfach.
Tatsächlich das tun, von dem man spricht oder das, was man sich selbst versprochen hat, das ist der schwierige Teil des Ganzen.
06
Eintrag 0006
Einen Traum zu haben ist einfach. Jeder hat Träume, deren Verwirklichung man regelrecht herbeisehnt. Meistens, und das ist das Problem, wird dieses bloße Sehnen nach etwas zur Gewohnheit. Man gewöhnt sich an das unerfüllte "Was wäre wenn...".
Auch ich habe Träume und in letzter Zeit ist mir aufgefallen, ich habe mich immer mit dem Träumen begnügt und mir nicht erlaubt mich an die Verwirklichung heranzuwagen. Weil es ja zu unrealistisch sei und man das einfach nicht tut. Mir ist vorher nie aufgefallen, wie sehr ich mich durch das, was andere (vermeintlich) denken, einschränken habe lassen. In Wahrheit habe ich mich selbst eingeschränkt. Keiner hat mich zu irgenwas gezwungen oder mich mit Gewalt von etwas abgehalten. Das habe ich zu verantworten. Was bleibt über, wenn die Meinungen anderer ausgeblendet werden? Man hat die Möglichkeit zu erkennen, was man wirklich will und bekommt den Mut einen Schritt auf dem Weg der Verwirklichung zu gehen.
05
Eintrag 0005
Ich habe die Bedürfnisse einer anderen Person über meine eigene gestellt. An sich nicht unbedingt was Schlechtes, denn man kann nicht rücksichtslos durchs Leben gehen. Aber man kann auch nicht rücksichtslos gegenüber sich selbst sein. Bei mir war es Gewohnheit meine eigenen Bedürfnisse hinten anzustellen. Einmal nicht aufgepasst, einmal nicht bewusst darauf geachtet und schon drängelt sich die alte Gewohnheit, die noch nicht ganz besieht zu sein scheint, wieder ins Leben.
Die Sache wäre eigentlich ganz einfach: entweder ich will etwas oder ich will es nicht. Was es schwierig macht, ist, dass wir oft nicht wissen, was wir wollen oder warum wir es wollen. Und wir wollen es oft auch nicht wissen. Wir sind nicht ehrlich zu uns selbst (schon gar nicht zu anderen). Wir lügen uns selbst an, damit wir nicht hinsehen müssen, wie wir uns selbst nicht respektieren und rücksichtslos gegenüber uns selbst verhalten. Im tiefsten Inneren wissen wir, dass es falsch ist und das wir eigentlich gegen uns handeln.
Dein Leben ist für dich und nur für dich. Du hast den freien Willen es zu gestalten wie du willst. Du hast nicht die Verplichtung es irgendjemanden recht zu machen. Niemand hat die Verpflichtung es dir recht zu machen. Du hast die alleinige Verantwortung - für dich.
04
Eintrag 0004
14800 Tage bis ich 80 Jahre auf dem Tacho habe. Ungefähr. Ich finde es äußerst interessant sich die Anzahl der "restlichen" Tage seines Lebens vor Augen zu führen. Ich bin also jetzt ungefähr bei der Hälfte angelangt. Mit 80 ist man dann doch schon meist etwas angeschlagen, also gehe ich von zwanzig gehaltvollen Jahren aus.
Worauf ich hinaus will ist Folgendes: bisher bin ich (leider) in meinem Leben mitgeschwommen und habe nur minimalen Einfluss darauf genommen. Mir war nicht bewusst, dass ich Einfluss nehmen kann. Klingt jetzt etwas eigenartig, ich weiß. Ich meine, ich habe es mir nie zugestanden das erreichen zu können, was ich eigentlich will. Meine Tage sind sozusagen ungenutzt verronnen. "Nur mehr vierzehntausendachthundert Tage minus 1....und das jeden Tag."
Stattdessen habe ich erkannt, ich habe noch vierzehntausendachthundert Tage um genau das zu machen was ich will und mein Leben nach mir durch mich zu gestalten. Meine Teilnahmslosigkeit ist vorbei.
03
Eintrag 0003
Mit Disziplin schafft man es keine Kritik auszudrücken oder nicht schlecht über jemanden zu reden. Oft völlig unbewusst jedoch passiert es, scheinbar aus Gewohnheit, dass wir Kritik und maligne Vergleiche denken. Was für eine schlechte Angewohnheit das doch ist. Um dieser beizukommen, muss das Bewusstsein geschärft werden. Wie eine rote Warnleuchte. Vielleicht bin ich nur ein schlechter Mensch und bei anderen ist das nicht so, aber ich habe mich heut dabei ertappt, wie ich verurteilende Gedanken mit mir selbst austauschte. Über alles mögliche und wahllos über Menschen die mir über den Weg gelaufen sind und die ich nicht kenne. Da ich es unbewusst mache, mache ich das wahrscheinlich ständig.
Nich nur das was wir sagen, sondern auch das was wir denken, beeinflusst uns in eine positve oder negative Richtung.
02
Eintrag 0002
In Wirklichkeit spielt nichts eine Rolle. Wir erachten Umwichtiges als relevant. Wir lenken uns damit ab, indem wir Dinge überbewerten, um uns einen Grund zu geben, uns damit zu befassen.
01
Eintrag 0001
Die Frage nach dem eigenen Ich. Ich bin nicht mein Name. Ich bin nicht mein Arbeitstitel. Ich bin nicht mein Körper. Das eigentliche Ich wurde noch nicht gefunden und definiert, aber trotzdem weiß jeder, dass es da ist. Ich glaube das Ich, ist das was man als Seele kennt. Alles was ich mit meinen Augen sehen kann, ist außerhalb des Ichs bzw. der Seele. Mit meinem Verstand nehme ich das außen wahr und kann aktiv über das außen nachdenken. Soweit bin ich mit meinen Gedanken gekommen.